Einblicke – Kurzgedicht
Ein Blick in die Welt mein Blick doch kein Einblick nur Meinblick Sehen mein Sehen aber kein Einsehen nur Meinsehen Wie ist wohl Deinblick? Bild: Andrea E. Maier
Ein Blick in die Welt mein Blick doch kein Einblick nur Meinblick Sehen mein Sehen aber kein Einsehen nur Meinsehen Wie ist wohl Deinblick? Bild: Andrea E. Maier
Einmal überraschte mich mein älterer Sohn David (damals 9), Naturforscher und Tierfreund par excellence, mit einem selbst geschriebenen Text, den ich gerne an Sie weitergeben möchte. Danke, lieber David, für diese wunderschönen, erinnernden und inspirierenden Zeilen! Deine Mama * * * * * * Wenn die Nacht zum Tag erwacht, geschieht etwas Schönes. Alles wird schlagartig lebendig, alle Tiere kommen aus ihren Verstecken. Der Nebel verzieht sich, die Raubtiere suchen nach Beute. Die Nacht, die [...]
Welch größeres Geschenk können wir der Welt machen als ein Kind um seiner selbst willen zu lieben, ohne ihm unsere Erwartungen mit in die Wiege zu legen? Als es an unserer Brust mit Bedingungslosigkeit zu nähren? Welch größeres Geschenk können wir der Welt machen als in einem Kind das zu sehen, was es wahrhaftig ist? Nur ein gesehenes Kind kann selbst zu einem Sehenden werden, dessen Blick kristallklar auf den Dingen ruht, um sie zu [...]
Die kleine Stadt lag am Wasser. Schaumgekrönte Wellen warfen sich an ihren goldbraunen Strand und hinterließen dort ihr wundersames Schwemmgut, über das sich die Spaziergänger freuten. Die salzigfrische Luft wurde vom Meereswind zwischen die alten Stadthäuser getragen und erinnerte die Bewohner regelmäßig daran, wem sie ihren bescheidenen Wohlstand zu verdanken hatten. Es war ein gutes Leben dort, und die Menschen kamen regelmäßig ans Wasser, um ihre Gönnerin, die Alte Meermutter, zu ehren. Hier lebte eine [...]
Gott spielte für sein Leben gern, und seit einiger Zeit hatte er die Murmeln für sich entdeckt. Er fand großen Gefallen an ihrer kugelrunden, glatten Form und daran, wie kühl und hart sie in seiner Hand lagen. Er mochte das leise Klicken, das sie beim Aneinanderstoßen erzeugten. Immer und immer wieder füllte er die hohlen Hände mit Murmeln und ließ sie dann wieder herauskullern. Ganz besonders mochte er es, auf ihnen dahinzugleiten wie auf [...]
In einer fernen, vergessenen Zeit lebte La Louve, die Wölfin in einem dunklen Wald aus uralten Bäumen. La Louve war nicht wirklich eine Wölfin, sie war menschlich, doch sie trug diesen Namen wegen ihres schimmernden, grauen Haars, das ihr in vielen langen Flechten über Rücken und Schultern fiel. Sie reichten ihr bis weit über die Hüften und wurden von langstieligen Blättern zusammengehalten, die um ihre Enden gewunden waren. Keiner konnte sagen, wie alt La [...]
Liebe Leser, die Aufführungen des großen Musikprojekts Das Land Antaania bei uns in Laufen am 11./12. Oktober 2014 waren ein voller Erfolg! Ein riesengroßes Dankeschön an alle Mitwirkende, an die unschätzbaren Helfer und an all die vielen Zuschauer für ihr Dabeisein und die vielen schönen Rückmeldungen! Die große Freude und Begeisterung, mit der die Sänger, Musiker und Darsteller dem Land Antaania und den wundervollen Songs of Sanctuary von Karl Jenkins das Leben eingehaucht haben, ist [...]
Eines Tages fragte ich Gott: „Sag, wie groß ist deine Liebe zu mir? Es fällt mir schwer, sie zu begreifen. Wie lässt sie sich erfassen?“ Und Gott zeigte aufs Meer und antwortete: „Siehst du den schimmernden Ozean? Weißt du, wie tief und mächtig er ist? Und dann schau auf mein Universum. Spüre seine Unendlichkeit, und stelle dir vor, es wäre wie dieser Ozean – in milliardenfacher Vergrößerung. So bekommst du eine Vorstellung von der [...]
Ein knallroter Punkt im weiten blauen Himmel, so zog er seine Bahn, der kleine Ballon. Gefüllt und belebt mit dem Atem eines menschlichen Wesens, vorsichtig geknotet und versehen mit guten Wünschen sowie einer kleinen Botschaft an der Schnur. Erwartungsvoll stieg er hoch hinauf und freute sich unbändig, dass er nun auf die Reise gehen durfte – ganz allein. Der Wind umspülte ihn freundschaftlich und fragte säuselnd nach dem Wohin. Der rote Ballon aber wusste keine [...]
Mein liebes Hirngespinst, komm setz dich her zu mir aufs Papier. Zackigbunter Gedankenblitz, der frech durch meinen Alltag flitzt, lass dich erwischen mit Farben und Wischen! Jetzt hab ich dich, so ist es fein. Darfst ab sofort gern sichtbar sein. Gebannt in Kreide, eine Augenweide. :) Bild: Andrea E. Maier