Die kleine Stadt lag am Wasser. Schaumgekrönte Wellen warfen sich an ihren goldbraunen Strand und hinterließen dort ihr wundersames Schwemmgut, über das sich die Spaziergänger freuten. Die salzigfrische Luft wurde vom Meereswind zwischen die alten Stadthäuser getragen und erinnerte die Bewohner regelmäßig daran, wem sie ihren bescheidenen Wohlstand zu verdanken hatten. Es war ein gutes Leben dort, und die Menschen kamen regelmäßig ans Wasser, um ihre Gönnerin, die Alte Meermutter, zu ehren.

Hier lebte eine Frau, die den Ozean über alles liebte. Sie verbrachte jede freie Stunde am Wasser, oft zog es sie sogar mehrmals an einem Tag dorthin. Sie wanderte barfuß durch den feuchten Sand und genoss das körnige Knirschen unter ihren Fußsohlen. Wenn die Jahreszeit es zuließ, watete sie weit hinaus, benetzte die Gliedmaßen oder tauchte ganz ein, um unter Wasser zu schwimmen und ihre Ohren gegen die Alltagsgeräusche der Stadt abzuschirmen. Danach ließ sie sich an der Sonne wärmen und freute sich an dem Kribbeln, welches das trocknende Salz auf ihrer Haut erzeugte.  Gab es etwas Schöneres, als das ungestüme Reißen des Meerwindes im Haar zu spüren und mit geschlossenen Augen dem Schreien der Möwen zu lauschen? Welcher Anblick war herrlicher als jener der vielen tausend glitzernden Wellen vor dem sich verfärbenden Horizont? Die junge Frau liebte es, abends müde am Strand einzuschlafen und irgendwann wieder zu erwachen. Und dann durch die schwarze Nacht nach Hause, ins Bett zu gehen und am nächsten Morgen etwas Sand zwischen den Laken vorzufinden. (…)

Wie es in “Die Liebe des Meermannes”

weitergeht, ist zum Nachlesen und Anhören enthalten
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Feuer, Erde, Wind & Meer

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