Gib mir Feuer zu trinken,

um meinen Durst nach dem Leben zu stillen,

mich dem alltäglichen Tod zu entreißen

und nicht mit Leib und Seele begraben zu werden

unter den trägen Wogen des Vertrauten.

Ich ersticke an meiner Gewöhnlichkeit.

Versteh mich, ich kann nichts tun,

wenn ich nicht dafür brenne.

 

Streife meine taube Haut mit dem Feueratem der Ektase,

damit ich endlich spüre, ich bin noch nicht tot.

Lass mich von deiner brennenden Zunge kosten!

Weck mich aus dem Wachkoma, in das ich mich flüchtete,

als ich keinen anderen Ausweg mehr sah

als den sicheren Schatten meines kühlen Verlieses.

Versteh mich, ich kann dich nur lieben,

wenn ich für dich verbrenne.

 

Speise mein Blut mit glühendem Sauerstoff,

lass mich zucken unter der Berührung von Phönix‘ Flügelschlag!

Sieh, wie meine Gedanken Feuer fangen

und neue, erwachende Welten gebären,

während ich mich aus den Eiskrusten meiner Angst befreie,

dunkle Heimat meiner Freude.

Hol mich ganz zurück zu dir, Leben.

Ich möchte brennen.

 

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