Als wir noch Kinder waren, lebten wir an einem Ort in der Nähe der Hügel. Sie begannen nicht weit von unserem Hause entfernt und waren für uns Kinder ein magischer Ort. Oft saßen wir einfach nur da und betrachteten die steinige, unscheinbare Hügellandschaft, verkarstet und grau. Sie war nicht besonders schön, nicht grün und saftig und auch nicht imposant. Und trotzdem wirkten die Hügel irgendwie vollkommen, so ruhig und unbeeindruckbar, denn sie waren immer gleich. Gern beobachteten wir die Sonne, die hinter den Hügeln aufging und ihre Farben über sie ausgoss. Die Jahreszeiten zogen über sie hinweg, scheinbar verwundert über die Gleichgültigkeit der Gesteinsmassen. Und wenn im Frühling die Schneeschmelze einsetzte, freuten wir uns jedes Jahr aufs Neue auf den altvertrauten Anblick der grauen Hügel.

Sie waren eine so wunderbare, natürliche Konstante in unserem Leben. Manchmal fragten wir uns, wie es wohl in ihnen aussah, innen drin. Ob grobschlächtige Trolle in ihnen hausten oder zarte Feengeschöpfe in flatternden Gewändern. Aber wir gingen nicht hinüber, um es herauszufinden. Es war viel schöner, die Hügel aus der Entfernung zu betrachten und Vermutungen anzustellen. Keine Gewissheit zu haben ließ der Phantasie unbegrenzten Spielraum. Denn wer weiß, was wir herausgefunden hätten, wären wir hingegangen, um zu suchen. (…)

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