Sie nannten sie nur Feuerkind. Dabei mochte sie das Kindesalter schon weit überschritten haben. Es waren ihre Augen, diese brennenden Augen, und dieser Blick, aus dem immer etwas wie Verwunderung sprach. Sie tauchte immer auf, wenn man es am wenigsten erwartete, und verschwand so schnell, wie sie gekommen war. Ihre Füße waren stets bloß, sogar in den Wintern, in denen die Kälte wehtat und die Erde vom Frost aufgerissen wurde. Einmal fand man ihre Fußspuren im Schnee. Sie hatten ihn schmelzen lassen und das Gras freigelegt.

Ihr dunkelrotes Haar stand ihr wild vom Kopfe ab, und ihre Wangen wirkten immer ein wenig erhitzt. Sie sprach nicht, doch dann und wann sah man sie lächeln.

Keiner im Dorf wusste, woher sie kam, nicht einmal die Ältesten. So mancher hatte sie schon im Wald gesehen, so dass gemunkelt wurde, sie hauste dort in einer Höhle. Gesehen hatte diese Höhle aber noch niemand. Das Mädchen wurde manchmal an Orten gesichtet, an denen kurze Zeit später Feuer ausbrach. Hexe, sagten jene, denen sie unheimlich war. Viele sagten jedoch gar nichts. Sie hatten bemerkt, dass Mensch und Tier meist verschont blieben, wo das Feuerkind gesehen worden war. (…)

Feuer Erde Wind & Meer

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