Seltsam dunkelrote Tage,
Spannung vibriert durch meine Muskeln wie Strom.
Trügerische Ruhe, die sich über bizarre Schönheit breitet.
Stumpfer Blick straft mein Lächeln Lügen.

Im Bauch wabern Emotionen,
nach oben drängen Wut und Angst und Trauer.
Tränen so zäh wie heißes Wachs
wollen mir wohl aus den Zellen spülen,
was da aufsteigt aus den Urgründen meines Menschseins.

Einen schalen Geschmack von Bitterkeit auf der Zunge,
an dem ich würge,
lauscht es dem Hadern in mir,
quälend, ätzend und sinnlos.
Und ich weiß ja, dass auch das Leichengift des Krieges
noch immer in unseren Zellen sitzt,
dunkles Vermächtnis der Ahnen.

Und du weißt es ja auch,
es steht in deinen Augen zu lesen,
wenn du dich selbst nicht leiden kannst.
Fühlst dich nirgendwo erwünscht,
schief angesehen und ewig unpassend,
Randerscheinung, Sonderling.
Wiege dich endlich selbst zur Ruhe,
anstelle des Mutterbauchs,
der es nicht wollte oder konnte.

Versteh doch,
sie müssen geöffnet werden, diese Wunden.
So lange und so oft, bis du gefühlt hast,
was zu fühlen ist.
Alles.
Höre, spüre, sieh ganz genau hin.
Das Leben ist schonungslos ehrlich.

Ja, auch das ist Leben.
Auch das bist du.
Auch das bin ich.

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Foto: www.pixabay.com

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