Mittlerweile ist es erwiesen: Mit dem 21. Dezember, dem Tag der Wintersonnenwende, beginnen sich in den Bäumen tatsächlich wieder die Säfte zu regen. Genau am dunkelsten Punkt des Jahres, wenn die härteste Zeit des Winters erst noch bevorsteht, bricht sich das Leben unbeirrbar seine Bahn durch Kälte und Dunkelheit. Die Natur spricht hier nicht nur in bildhafter, symbolischer Form, sondern ganz direkt zu uns, indem sie das Licht des Lebens und der Hoffnung aus dem Herzen der Finsternis im Schoße der Erde gebiert.

Für mich leitet dieses kraftvolle Bild eine Zeit des Rückzugs und der Besinnung ein, die Rauhnachtszeit, in der ich die Geister des alten Jahres an den Feuerkreis hole, um mit ihnen das Dahingegangene zu betrachten und loszulassen. Vieles gibt es in diesen Tagen, von dem es für mich Abschied zu nehmen gilt. Und es zeigt sich ebenso vieles, das nun, in dieser besonderen Zeit, noch einmal überdacht und abgewogen werden möchte. Visionen für das neue Jahr werden gewoben, was nehme ich mit, was lasse ich besser hinter mir? Ich weiß noch nicht, wohin der Weg mich führen wird, doch ich hege Vertrauen.

Gute Gedanken und Wünsche werden in duftenden Rauch gelegt, der Sinne und Räume reinigt, um Heilung zu bringen und beim Lösen alter Anhaftungen zu helfen. Es ist eine Zeit der dünnen Schleier, der Brückenschläge, und sogar der tröstende Schatten der Ahnen legt sich mild um meine Schultern wie ein wärmender Schal. Es wird sehr still und dunkel jetzt, während ich Einkehr halte bei mir selbst und die Verbindung zu all jenem feiere, das auf meiner Reise durch Licht und Schatten noch immer hier bei mir ist. Es lehrt mich mehr als alles andere, die Freude des Augenblicks zu zelebrieren und dankbar zu sein für das, was sich mir in diesem Moment zeigt – was immer es auch sei.

Nichts zeichnet einen glücklichen Menschen
so sehr aus wie die Fähigkeit
allzeit die Geschenke der Gegenwart
erkennen und feiern zu können!

Ich bedanke mich auch bei Ihnen, meinen Lesern und Mitreisenden, und bei allen meinen Freunden – egal ob fern oder nah – für die oft jahrelange Begleitung und Treue. Es wurden viele Bande geflochten in diesen Jahren, sichtbare und unsichtbare. Danke für schönen, reichhaltigen Austausch und gute Impulse, wechselseitig gegeben und empfangen!

Frohe Weihnachten und ein glückliches Neues Jahr!

Eine lichtvolle Zeit der Freude und Zuversicht wünscht von Herzen

Andrea Eleonora Maier