Alle Jahre wieder schließt sich der Kreis
und ich staune darüber, wie sehr doch
Anfang und Ende in mir selbst liegen:
Dass jede Schöpfung von Drama und Fülle
ihren Ursprung in der verborgenen
Wahrheit dessen hat,
was ich für existent halte.
Dass mein müdes Auge nur dann
auf einem Bild des Friedens ruhen kann,
wenn es dem Urgrund meines eigenen
Bewusstseins entstiegen ist,
um sich im Webmuster des Lebens abzubilden.

Schonungslos zeigt mir die Welt
das Chaos von Urteil und Spaltung,
das auch in mir selbst tobt.
All das in Dunkeltiefen vor sich hin wabernde
Ungeheilte und Unbefriedete,
dem wir den aufmerksamen Blick
unserer Augen verwehren,
spinnt sich als Unheil und Unfrieden
über den Planeten.
Wir spielen Spieglein an der Wand
und sehen im Lichte der Wahrheit
noch immer die Hand vor Augen
und den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Sie schmeckt ein wenig bitter, die Erkenntnis,
dass ich selbst es bin, dass wir es sind,
die den Theaterpinsel in illusorisches
Schwarz und Weiß tauchen,
um damit Szenen von Trennung und Mangel zu malen,
unter denen wir dann ächzen.

Oder eben Sonnenlandschaften
von üppigem Grün und Gelb,
in denen unser zeitloses Wesen gedeiht,
friedvolle Szenerien, aus Freude und Anmut gewoben,
Weltengespinste,
von kristallklarer Absicht geformt
und gegossen in die reine Materie
einer neuen Zeitqualität,
die wir uns erwählen.

wortmalereien.com
Foto: Andrea E. Maier

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