Ich gehe einfach los.

Kann mein Ziel noch nicht sehen, weiß den richtigen Weg nicht und ängstige mich vor dem, was mich hinter dieser Tür erwartet. Und dennoch, ich gehe jetzt einfach los. Warte nicht mehr länger hier draußen, halte mich nicht mehr vor dem Leben zurück. Ich brauche ja keine andere Erlaubnis als meine eigene.

Diesmal wird es gelingen. Diesmal kehre ich nicht wieder um, nur weil ich den Weg nicht in seiner Gänze erkennen kann. Nur weil ich nicht jetzt schon weiß, wohin er mich führen wird. Manchmal werde ich die Orientierung verlieren, den Faden und oft auch den Mut. Oh ja, das werde ich. Aber ich werde weitergehen, Schritt für Schritt. Ich will mir selbst vertrauen. Mir selbst und dem Pfad, den meine tauben Füße wählen, meine blinden Augen, mein offenes Herz.

Von außen betrachtet, sieht das Leben oft ganz anders aus, als es tatsächlich ist. Von außen betrachtet, glaubt man zu wissen, was einen erwartet. Man glaubt, planen und vorhersehen zu können, ja sogar, die eigene Bestimmung zu kennen. Doch dann ist alles ganz anders, treibt man erst mal mit der Lebensströmung davon.

Also reise ich diesmal mit leichtem Gepäck, begrabe meine Erwartungen, sage meinen Wünschen Lebewohl und lasse meine Zweifel zu Hause in der Ecke stehen. Springe offenen Auges hinein ins Leben und weiß diesmal schon vorher, es wird anders sein, gewaltig und völlig unvorhersehbar.

Niemand kann mir sagen, wo ich das goldene Tor finde, welches ich zum geheimen Ziel meiner Reise erkoren habe. Kein Kompass, kein Mensch und kein Buch der Welt kann es mir sagen. Der Weg selbst wird mir zeigen, wohin er mich haben will und mich auf verschlungenen Pfaden durch die wilde Landschaft meiner Seele führen, meiner Heimat entgegen, zurück nach Hause zu mir selbst.

Ich gehe einfach los, Schritt für Schritt. Es reist sich gut mit leichtem Gepäck.

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