Ich kenne einen Ort und weiß nicht wo er ist
Das Haus am Meer
Sobald ich die Augen schließe, kann ich es sehen
Ein paar Schritte auf Stein zur hölzernen Tür
Ich drücke sie auf
Warmer Zedernduft strömt mir entgegen
Ich komme heim

Denn hier werde ich erwartet
Von wem, das weiß ich nicht
Ich träume nachts vom Haus am Meer
Und weiß am Morgen nicht mehr viel
Erinnerungssplitter
Wie ein zerborstener Spiegel

Vom Wind bewegter Vorhang vor offener Tür
An den Wänden flackerndes Licht
Und das Gefühl von Heimweh
Setze sie zusammen wie ein Mosaik
Und noch fehlen so viele Steinchen

Wo ist dieses Haus?
Bin ich es, die dorthin geht
Oder ist es jemand anders?
Noch ein Splitter
Ein runder Kelch mit blaurotem Wein
Tiefdunkel und samten wie die Nacht
Eine Hand reicht ihn mir
Verschüttet ein paar Tropfen

Ich schließe die Augen
Und trete ins Freie
Betrachte den Meereshorizont
Fledermäuse am Himmel
Rieche Wasser und fremde Gehölze
Und mir wird so schwer ums Herz
Dass ich weinen möchte
Salzige Meerestränen

Und so schlafe ich ein
Am nächsten Morgen ist alles wieder normal
Ich bin wieder ich
Und zu Hause in der Wirklichkeit meiner Welt
Vergesse das Haus am Meer
Schlüpfe in mein weißes Kleid
Und da sehe ich ihn
Den blauroten Tropfen auf dem Stoff

wortmalereien.com
Titelbild: pixabay.com

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