Haus am Meer

Ich kenne einen Ort und weiß nicht wo er ist
Das Haus am Meer
Sobald ich die Augen schließe, kann ich es sehen
Ein paar Schritte auf Stein zur hölzernen Tür
Ich drücke sie auf
Warmer Zedernduft strömt mir entgegen
Ich komme heim

Denn hier werde ich erwartet
Von wem, das weiß ich nicht
Ich träume nachts vom Haus am Meer
Und weiß am Morgen nicht mehr viel
Erinnerungssplitter
Wie ein zerborstener Spiegel

Vom Wind bewegter Vorhang vor offener Tür
An den Wänden flackerndes Licht
Und das Gefühl von Heimweh
Setze sie zusammen wie ein Mosaik
Und noch fehlen so viele Steinchen

Wo ist dieses Haus?
Bin ich es, die dorthin geht
Oder ist es jemand anders?
Noch ein Splitter
Ein runder Kelch mit blaurotem Wein
Tiefdunkel und samten wie die Nacht
Eine Hand reicht ihn mir
Verschüttet ein paar Tropfen

Ich schließe die Augen
Und trete ins Freie
Betrachte den Meereshorizont
Fledermäuse am Himmel
Rieche Wasser und fremde Gehölze
Und mir wird so schwer ums Herz
Dass ich weinen möchte
Salzige Meerestränen

Und so schlafe ich ein
Am nächsten Morgen ist alles wieder normal
Ich bin wieder ich
Und zu Hause in der Wirklichkeit meiner Welt
Vergesse das Haus am Meer
Schlüpfe in mein weißes Kleid
Und da sehe ich ihn
Den blauroten Tropfen auf dem Stoff

www.wortmalereien.com
Titelbild: www.pixabay.com

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By | 2018-06-04T17:38:54+00:00 März 14th, 2014|Gedichte über das Leben, Sehnsucht, Suchen & Finden|1 Comment

One Comment

  1. Mischa 15. Januar 2016 at 10:42 - Reply

    Eine schöne Vision mit einem sehr guten Schluss, der am Ende das Tor zur inneren Welt öffnet und den Schleier des Vergessens zu ganz alten Erinnerungen ein wenig hebt. Vielleicht spürt es die Zwillingsseele ebenso und genießt einen sehr schönen Moment der noch unbekannten Seelenverbindung. Eine Weile ohne Mainstream (TV, Radio, Presse) erleichtert deutlich das Abheben in die geistige Welt, in der diese feinen Erinnerungen auf das Entdecken warten. Das Erkennen lässt den Atem ruhiger werden, denn die Entscheidung ist gefallen.

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